Das kreative und leidenschaftliche Werk von Aka Pacha
ist der wunderbare Beweis, dass Experimentierfreude sich auch gut mit
Folklore verknüpfen läßt. Innovativ ist das Zusammenspiel von
traditionell andinen - und europäischen Instrumenten:
Die atmosphärische Dichte der "Drei
Jahreszeiten" lädt den Hörer zu einer Raum- und Zeitreise ein. Die
Themen sind anspruchsvoll und bezeugen sowohl spirituelle Kraft, als auch
schöpferisches Engagement - weit entfernt von billiger Ethno-Folklore.
Unheimlich zart und doch sehr dynamisch erzählt die Musik über das Leben
in den Anden mit allen seinen Facetten. Es sind nicht Worte, die dem
Hörer Musikbilder vermitteln, sondern ausdrucksvolle Töne. Mal
idyllisch, sentimental und leidenschaftlich dann wieder impulsiv,
rhythmisch und temperamentvoll. Die Geschichten, Riten und Traditionen
werden mit quirlig, verspielten oder träumerisch melodischen Klängen der
Instrumente erzählt . Egal ob es die Feste der Menschen am Vulkansee in
Ecuador, der rituelle Tanz zur Ehrung der Lamas in Bolivien oder die
klimatischen Veränderungen der drei Jahreszeiten im Hochland sind - die
gebündelte Lebensfreude wird musikalisch genauso vermittelt, wie die
tanzenden Regentropfen, verspielten Sonnenstrahlen oder der rauschende
Wind.
Das Einfühlungsvermögen mit dem die Musik aus den
Instrumenten entlockt wird, ist spürbar. Die Zärtlichkeit der ruhigen
Klänge lädt den Zuhörer zum träumen ein. "Die Drei
Jahreszeiten" ist Musik für Herz und Hirn – aber vor allem ist es
Musik für die Seele!
Christina Crisafulli
Wien im Juni 2002